Bloody Shoegazing

Das scheint ja DER Release-Monat der Schweizer Underdogs zu sein. Die Solothurner Metalcoreband “City Beyond The Ocean”, die Indierocker „The Natives Waves“ (Freiburg/Biel), die Basler „L’Arbre Bizarre“ und so viele, viele mehr haben den April auserkoren, um ihre Debüts zu offenbaren. Zuviel des wirklich Guten, um ihnen allen gerecht zu werden. Nina hat mir “L’Arbre Bizarre” derart charmant aufgedrückt („Das klingt so nach dir!“), dass ich mich nun auf die Basler Jungs eingelassen habe.

Und oh je, oh weh, verblüffend wie gut mich doch die anderen Rocketten nach so kurzer Zeit kennen, scheint als würde ich als offenes Buch durch die dunklen, verrockten Gassen streifen. Weil, JA!, „BOKEH“ gefällt mir ausnehmend gut. So gut, dass ich dank tiefsinniger Google-Recherche endlich, nach JAHREN, herausgefunden habe, welcher Musikstil eigentlich mein liebster ist. „Shoegazing“ nennt man das. Aha. Noch nie gehört, aber nun für immer im Vokabular aufgenommen.

Shoegazing, wie eben Google mir verriet, ist der Moment, in dem die breiten Gitarrenwände mittels Effektgrätli zu treibenden, grollenden Felsstürzen werden. Und die Basler scheinen das Auf-die-Schuhe-starren in die Wiege gelegt bekommen zu haben (Ach, sie sind alle noch so herzig jung, unsere Debütanten). „BOKEH“ ist nicht eben grad das klassische Frühlingsalbum, mehr was für lange, dunkle Kellernächte. Und doch ein Album, das man unbedingt als Ganzes anhören sollte, jetzt, im Sommer, im Herbst und immer und immer wieder. Wie früher, zu Zeiten der berühmten Shoegazing-Bands wie Ride oder My Bloody Valentine.

L’ARBRE BIZARRE: “BOKEH” (Irascible Music), Out: 08.04.
Plattentaufe: 08.04., Kaschemme, Basel

CITY BEYOND THE OCEAN: EP (Goosebomb Records), Out: 08.04.
Plattentaufe 16.4. Kofmehl Solothurn

THE NATIVE WAVES: EP “PERSPECTIVES”, Out (The Native Waves) und for free!

(Bild: Pressefoto)

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