Logo, über eine Band mit diesem Namen muss man auf einem von Frauen betriebenen Musikblog einfach schreiben. Zudem gibts bei denen ja einen höhö-Titel sozusagen geschenkt (den anderen hatte vor zwei Jahren schon der „Bund“). Aber ernsthaft: Daughter haben auch aus richtigen Gründen eine hymnische Besprechung verdient.
Vielleicht habt ihr schon mal irgendwo „Youth“ gehört (das scheint’s schon in der Tour-de-France-Werbung und bei „Grey’s Anatomy“ gespielt worden sei). Wenn dort das Schlagzeug einsetzt, kriege ich Brain Freeze, dieses kalte Schaudern, wenn man in Eis beisst. Die Lieder auf dem neuen Album („Not to disappear“) sind noch ein bisschen eisiger, entrückter,, The-XX-iger. Die Stimme von Elena Tonra ist so unterkühlt, dass man die Frau sofort in eine Decke wickeln möchte. Alles an dieser Musik und in diesen Texten tut ein bisschen weh, aber in schön und intensiv. So muss es wohl anfühlen, wenn man sich mit einer Rasierklinge ritzt, um etwas zu spüren. So klingt eine erste Nacht mit jemandem, in der man schon weiss, dass sich daraus eine unglückliche Affäre entwickeln wird. Die Melodien schmecken bittersüss, hie und da spielt zwar eine Gitarre hoffnungsfroh auf, aber hinter der nächsten Brücke wartet schon wieder eine hingehauchte, gemeine Textzeile, die alle Zuversicht zunichte macht.
Then I’ll take my clothes off
And I’ll walk around
Because it’s so nice outside
And I like the way the sun feels
And when it’s dark
I’ll call out in the night for my mother
But she isn’t coming back for me
Cause she’s already gone
Vielleicht rührt das viele Gefühl daher, dass die Sängerin und der Gitarrist Igor Haefeli (der scheint’s einen Schweizer Vater hat und lange in der Schweiz lebte) ein Liebespaar sind (oder waren, diese Information stammt aus einem „Guardian“-Artikel von 2011!). Vielleicht auch überhaupt nicht. Ist ja auch egal.
Jedenfalls eine gute Geschichte. Und superguter Affärensoundtrack.
PS: Daughter spielen am 9. Februar im Kaufleuten in Zürich. Das Konzert ist allerdings schon lange ausverkauft (diese gut informierten Hipster wieder! Aber hier kann man noch Tickets gewinnen). Gern hätten wir in Zürich mit der Band gesprochen, aber leider hat das Daughter-Management unsere Interviewanfrage bislang sträflich ignoriert; vermutlich wissen die halt noch nicht, dass Rockette bald die Weltherrschaft übernehmen wird, tant pis. Dear Daughter Management, we would still love to talk to the band in Zurich. Best regards, The Rockettes.
One thought