Du warst grad in New York? Ach, du hast da ein paar Monate gelebt? Ah, interessant!
Oder nicht.
Ich bin immer überhaupt null neidisch, wenn irgendjemand wieder auf Facebook oder im richtigen Leben mit irgend einer New-York-Reise angibt. Na dann, geht doch halt in Gottes Namen! Bravo, du hast gerade Brooklyn entdeckt! Kolumbus wäre stolz auf dich.
Ich bin Team Los Angeles. Los Angeles ist mein Sehnsuchtsort. Ich will da bald wieder hin. Oh, Los Angeles, du hast Platz. Für alles.
Hier zehn Sehnsuchtslieder.
- “East Los Angeles” – (We are) Augustines – Der traurige Bär Billy McCarthy sitzt auf einem Riesenrad, schaut auf L.A. hinab und sieht nur das Gesicht seiner Liebe. (Dabei sind das New Yorker. Ausgerechnet.)
- “Ode to L.A.” – The Raveonettes – “Come on, let’s go where it’s fun / I want a slice of L.A. sun”. Ich auch. Und dann gibts da noch eine Heiratsgeschichte zu dieser Band. Aber die steht auf einem ganz anderen Blog äh Blatt.
- “Angeles” – Elliott Smith – Der traurigste Mann, der je auf Erden wandelte, mit den traurig-schönsten Liedern und dem seltsamsten Tod vor elf Jahren. (Notiz an selbst: endlich den Film schauen, “Heaven adores you” von 2014).
- “La Cienega Just Smiled” – Ryan Adams – Ryan Adams in jeder Liste unterbringen ✓ Und nebenbei mein allerliebstes L.A.-Lied, das den überhaupt nicht poetischen La-Cienega-Boulevard für mich in einen quasimystischen Ort verwandelt hat.
- “El Lay” – NOFX – Eine der kalifornischen Punkrockbands gehört natürlich auf diese Liste, Social Distortion? Bad Religion? Ach, ich gebs einfach zu, am liebsten mochte ich NOFX, ich habe mit denen Englisch gelernt, und es war kein gutes Erwachen, Lieder wie “Liza and Louise” zu übersetzen. (Übrigens ein kleines Geständnis: Mami, das habe ich dir nie erzählt – mit 14-jährig bin ich einmal mit meiner Freundin C. nach Zürich gefahren an ein NOFX-Konzert in der Roten Fabrik. Nach dem Konzert liess ich mir von der Band ein T-Shirt unterschreiben. Wir verbrachten die Nacht am Bahnhof und waren pünktlich am nächsten Morgen zum Handarbeitsunterricht mit Frau Hofmann wieder in der Schule. C. hatte ihren Eltern erzählt, sie übernachte bei mir, und umgekehrt. Wir haben aber keinen Tropfen Alkohol getrunken, ehrlich.) Oh, unschuldige Jugend.
- “California Dreamin'” – Sia (Cover) – Ach, da schreib ich jetzt mal nichts dazu. Ausser, dass es mich beim Original zum zweiten “…got down on my knees…” immer so schön schaudert. Und dass Sia cool ist, wie “Carpool Karaoke” beweist.
- “Hollywood Forever Cemetery Sings” – Father John Misty – Der J. Tillman spielte mal Schlagzeug bei den Fleet Foxes, aber das hat der eigentlich gar nicht nötig, denn er kann das alles selber, und vor allem in humorvoll.
- “Celebrity Skin” – Hole – Courtney Loves Biografie hat mich mal etwa ein Jahr lang sehr beschäftigt, dazu hörte ich ständig dieses Album, damals war ich jung und beeindruckt und ziemlich Team Courtney (unterdessen nicht mehr. Spätestens seit der Lektüre von “Girl in a Band” vollständig geheilt). Aber die Wucht dieses Songs haut mich immer noch um.
- “A Long December” – Counting Crows – Weils so ein schönes Lied ist. Soo schön. Naa naa naaa naaa yeah.
- “L.A.” – Jeans for Jesus – Genau genommen ja vielmehr ein Lied über Bern als eins über L.A., aber das kühlste Berner Lied seit sehr langer Zeit mit grossem Text (überhaupt, diese Band!): “si het aues gseh, easyjet / internet, grossi stedt / gskypet im starbucks in berlin u london / y d lorraine, dört wo si gwohnt het / wo si gmerkt het, si wot wäg ga / zum zrügg cho u gläbt ha”

2 thoughts
leider ging das ultimative kaliforniensehnsuchtslied vergessen:
https://www.youtube.com/watch?v=5wBTdfAkqGU
Ja, so was fehlt, stimmt. (Wovon: Es heisst ja ROCKette, nicht RAPette oder SRF3ette!)