Mein Leben, meine Lieder: Manillio


Manuel Liniger, 28, kommt “mit grosse Tröim us dr chlyne Stadt”, er ist der Mann, der so träf über den Sonntag rappte: Manillio. Morgen erscheint das neue Album des nach Zürich migrierten Soledurners, es heisst “Kryptonit”. Aber statt einer Albumbesprechung, die dann doch niemand liest, weil man Alben hören soll und nicht lesen, haben wir Manillio um eine Liste jener Songs gebeten, die ihn in seinem Leben begleitet und geprägt haben, die an irgendeinem Punkt wichtig für ihn waren, und mögen es heute Jugendsünden sein. Voilà!

  1. Freundeskreis – Erste Schritte
    “Esperanto” war mein erstes Deutschrapalbum und ich habe es auf Dauerschleife gehört. Songs wie “Erste Schritte” deuteten an, was mit Rap alles möglich ist. Ich war sofort Feuer und Flamme.
  2. The Roots & Erykah Badu – You Got Me
    Als ich die Roots zum ersten Mal hörte, wollte ich sofort Rapper mit Liveband werden. Mit Erykah Badu werde ich früher oder später noch einen Song machen. Einfach kein Kind. Man weiss ja, was dann mit Rappern passiert.
  3. Patent Ochsner – Fischer
    Dazu sass ich auf dem Rücksitz, als wir mit der Familie nach Italien in die Ferien gefahren sind. Ich sehe sofort die Landschaft vorbeiziehen. Die Kassette steht heute bei mir auf dem Schreibtisch.
  4. Jay-Z – Heart of The City (unplugged)
    Jay hat mir Raptechnik und Flow beigebracht, ohne davon zu wissen, wohlbemerkt. Das Unplugged-Album habe ich so oft gehört, dass die CD heute wahrscheinlich nicht mehr von einer Stereo-Anlage erkannt würde.
  5. Britney Spears – Crazy
    Ach, vorpubertäre Flaschendreh-Erinnerungen. Ich bin wirklich froh, nicht in diese Zeit zurück zu müssen.
  6. Redman – I Don’t Kare
    Redman war lange mein Lieblingsrapper aus den Staaten, er hat eine grossartige Stimme und erzählt lustige Dinge. Die Beats welche die Def Squad zu der Zeit hatte, waren damals voll mein Geschmack.
  7. N.E.R.D – Run to the Sun
    Wahnsinniges Album. Was Pharrell anfasst, wird in den meisten Fällen zu Gold, und diese Platte war ein Meilenstein für mich. Ich hoffe, die machen mal wieder etwas Neues.
  8. Greis – Glücklich
    Ich war ein von Selbstzweifeln geplagter Teenager. In dieser Zeit war dieser Song ein Lichtblick, ich kann ihn noch heute mehr oder weniger mitrappen.
  9. Fools Garden – Lemon Tree
    Musste ich vor versammelter Klasse mit einem Kumpel vorsingen. Da wars dann sehr schnell vorbei mit cool sein. Zum Glück gab es da noch keine Handys mit Kamera.
  10. Frank Ocean – Monks
    In einer Zeit, als Rap in den Staaten superlangweilig war, haben Odd Future für mich den Humor zurückgebracht. Frank Ocean ist einfach ein unglaublich guter Songwriter, sein neues Album dürfte gerne mal erscheinen.

MANILLIO: “KRYPTONIT”, out: 15.04. (Universal Music)

Plattentaufe: 29.04, Bierhübeli Bern.

Hier Manillio auf Facebook, hier sämtliche Live-Termine.

(Pressebilder)

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