Wenn ich meinen Kindern in der Nacht über den Kopf streichle, dann berühre ich sie absichtlich nie ganz. Um sie nicht zu wecken. Und genau so, wie sich dieses gefühlvolle Nichtberühren anfühlt, so hört sich die Musik von Theodore an.
Es gibt Tage, da lebe ich in einer Art Zwischenwelt. Unter mir der Bürogroove, über mir die Himmelsgeigen. Ich kann es nicht beschreiben, aber da bin ich emotional irgendwie wattiert. Durch diese Tage wird mich fortan Theodore begleiten. Der griechische Komponist und Musiker macht genau die Musik, die mich in solchen Stunden nicht aus den Wolken fallen lässt. Sanft, wild, aus dem Innersten heraus, tragend, zum Davonschweben. Aphrodisierend.
Aphrodisierend, für viele vielleicht etwas hoch gegriffen. Ich hätte auch ehrlich gesagt lieber amorph geschrieben, weiss aber nicht genau, was das bedeutet beziehungsweise, ob es zu dem Sound passt. Aber Theodore erinnert mich eben sehr stark an Amorph, meine Lieblingsband aus Basel. In jeder Hinsicht, Stimme inklusive, und ganz besonders stark Songs wie “Towards” oder “Naive”.
Wobei Theodore noch viel weiter geht und den Begriff sphärisch bis aufs Äusserste auslotet. Es gibt Songs, die klingen wie Filmmusik, orchestral, wuchtig, riesengross. Als Gegenpol Nummern wie “Not for You“, bei denen einem vor lauter gehauchter Lieblichkeit beinahe die Luft wegbleibt.
Wie meine liebe Mama, die jetzt irgendwo auf einer Wolke Schlagzeug spielt, wenn sie nicht gerade zu “The Best” tanzt, sagen würde: “Inner Dynamics” ist ein Album, auf das die Welt gewartet hat.
THEODORE: “Inner Dynamics”, out (United We Fly)
www.theodore-music.com
(Fotocredits: Andreas Simopoulos, Alexandra Alexandridou)
*Titel: Hidden message to someone